ORTSVEREIN STEINHEIM AN DER MURR

Die Schuldenkrise und ihre Auswirkungen

Europa

Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins am 12.12.2011

Die Vorsitzende begrüßte Jürgen Hengstberger. Sie stellte fest, dass sich in den letzten Tagen und Wochen die Nachrichten zu diesem Thema überstürzen und kaum ein Mensch in der Lage sei, das ganze Ausmaß zu verstehen. Sie zitierte aus der Rede von Helmut Schmidt vom Parteitag der SPD. Dieser sieht die unbedingte Notwendigkeit der Europäischen Union. Inzwischen sei der Euro zur zweitwichtigsten Währung der Weltwirtschaft geworden und bisher stabiler als der amerikanische Doller – und stabiler als die D-Mark in ihren letzten 10 Jahren. Während sich die Märkte der Welt globalisieren und die Menschheit in den letzten 100 Jahren von 2 Mrd. auf 7 Mrd. angewachsen sei, überaltern die Europäer und deren Einwohnerzahlen sinken. In der Mitte des 21. JH würden vermutlich 9 Mrd. Menschen auf der Erde leben. Die Europäischen Nationen zusammen würden dann nur noch ganze 7 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen!

Jedoch hätten sich die Akteure auf den globalisierten Finanzmärkten eine unkontrollierte Macht angeeignet. Jürgen Hengstberger sprach dann auch von einer extremen Vertrauenskrise. Er berichtete, dass in Lettland nach Veröffentlichungen über Geldknappheit in Twitter und Facebook die Menschen umgehend sämtliche Geldautomaten geleert hätten. Er berichtete weiter, dass die West-LB in NRW erstmals Kommunen ohne genehmigte Haushalte Kassenkredite verweigert habe, dass auch in Stuttgart 60 Mio Zinsertrag von der Landesbank fehlten, und dass die Verschuldung in der Region steige. Obwohl der Landkreis Ludwigsburg zu den TOP 5 bundesweit zähle, hätten hier 31.000 Menschen finanzielle Probleme. Die Renditen der Lebensversicherungen seien in den letzten Jahren extrem gesunken, ab nächstes Jahr würden die Garantiezinsen auf 1,75 % absinken. Die Ratingagenturen drohten der Allianz mit Abwertung.

Natürlich wollten die Anwesenden wissen, wie das Geld in der Krise sicher angelegt werden kann. Dafür hatte Jürgen Hengstberger jedoch auch kein Patentrezept. Er riet, die Anlagen zu verteilen. Nachhaltige Projekte, Sachwerte, selbstgenutztes Wohneigentum, aber auch Festgelder und Zuwachssparen eigneten sich besser, als Anlagen mit Überschussbeteiligungen und ungewissen Renditen. Auch der Handel mit Gold könne eine der nächsten Blasen sein. Für Familien mit Kindern sei nach wie vor die Riester-Rente empfehlenswert. Zuletzt wies er auf die Forderungen des Bundes der Steuerzahler hin, die Einschnitte nur im sozialen Bereich für notwendig erachten. Er schloss mit dem Satz: „Nur reiche Leute können sich einen armen Staat leisten“.

Die Anwesenden machten dann deutlich, dass die SPD auf dem richtigen Weg sei, die Einnahmeseite zu verbessern. Kritisch wurden die Forderungen an Griechenland gesehen, wo Menschen in die totale Armut abrutschen. Man könne zwar gut verlangen, dass dort die Steuerverwaltung in Ordnung gebracht werde, jedoch müsse ein menschenwürdiges Dasein gesichert sein!

Annette Grimm