ORTSVEREIN STEINHEIM AN DER MURR

Bericht von der Vormaifeier

Ortsverein

Entgrenzte Arbeit

war das Thema beim diesjährigen Vormaiempfang des SPD Ortsvereins Steinheim. Der
stellvertretende Vorsitzende, Friedmar Sonntag, begrüßte die Anwesenden und verwies auf die Notwendigkeit, diese langjährige Tradition, einst begründet unter der Ära Alfred Ulrich,
fortzuführen. Der Ortsverein Steinheim hatte in den vergangenen Jahren stets Referentinnen und Referenten aus unterschiedlichen Gewerkschaften, die sehr detailliert die aktuellen Probleme der Beschäftigten in den verschiedenen Sparten aufzeigten.

Robert Fischer, Betriebsrat, Mitglied bei Verdi und Kandidat auf der Gemeinderatsliste der SPD, führte mit seinem Referat vor Augen, wie veränderte Arbeitsbedingungen in neuen Arbeitszeitmodellen die Beschäftigten zunehmend belasten. Durch moderne Kommunikationsmittel sind Beschäftigte in vielen Bereichen jederzeit für den Arbeitgeber erreichbar. Durch enge Zeitvorgaben und Arbeiten in Projekten entsteht eine „indirekte Steuerung“. Es gibt keine Aufteilung mehr zwischen „Arbeitszeit“ und „Freizeit“. Menschen, die geistig arbeiten, können nicht mehr abschalten. Oft werden abends noch E-Mails beantwortet oder zumindest gelesen, so   wird die „Arbeit“ mit in den Schlaf genommen und im Kopf wird weiter „gearbeitet“. Für Gewerkschafter ein schwieriges Gebiet. Oft fühlen sich Mitarbeiter gegängelt und kontrolliert, wenn auf die Einhaltung eines 8-10 Stundentages oder Abbau von Überstunden gedrungen wird. Sie geraten umso mehr in Stress und nicht selten lassen sie ihre Überstunden verfallen.

Moderne Kommunikationsmittel haben jedoch nicht nur schlecht Seiten. Homeoffice erlaubt es alleinerziehenden Müttern, sich neben der Arbeit besser um ihre Kinder zu kümmern. Wichtig ist laut Fischer jedoch auf jeden Fall, die Betriebsräte zu stärken. Sie haben die Aufgabe, hinzuschauen und Grenzen aufzuzeigen. Große Betriebe haben bereits die Probleme erkannt und versuchen gegenzusteuern.

Für die SPD in Steinheim ist die Tradition des Vormaiempfanges im Rathaus auf jeden Fall wichtig. Es gilt, die Arbeit der Betriebs- und Personalräte zu würdigen und die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen - und die liegen nicht selten im Arbeitsumfeld der Bürgerinnen und Bürger.

Annette Grimm